Beitrag von Frau Integrationslandesrätin Bettina Vollath

13 09 2011

Integrationslandesrätin Bettina Vollath

Fremdsein steht am Anfang jeder Entwicklung, die wir Integration nennen. Integriert sein heißt, sich zugehörig zu fühlen. Sei’s in der Gesellschaft, in einem Verein, in einer neuen Clique oder in der Familie. Das Gefühl, wo dazu zu gehören, bedingt Vertrauen auf beiden Seiten.

In unserem Leben haben wir alle immer wieder Integrationserlebnisse. Ich hatte auch als Politikerin ein solches: Da ich als Quereinsteigerin in die Landesregierung geholt wurde, habe ich natürlich kaum jemanden gekannt. Und auch ich war vielen fremd – auch in der eigenen Partei. Es dauert, bis man sich gegenseitig kennenlernt. Vertrauen fasst. Weiß, woran man ist. Diese Zeit muss man sich nehmen. Nach dem Kennenlernen wurde ich von meiner Partei als „eine der ihren“ akzeptiert. Und ich habe in der Sozialdemokratie eine echte Heimat gefunden.

Meine eigenen Erfahrungen sagen mir, dass Integration immer ein sehr individueller Vorgang ist. Patentrezepte gibt es daher auch nicht. Notwendig sind aus meiner Sicht unsere gemeinsamen, allermenschlichsten Tugenden: Mut, Neugier, gegenseitige Achtsamkeit und Respekt sowie der Wille, gemeinsam das Zusammenleben – in welchem Kontext auch immer – zu gestalten.

Die Vielfalt unserer Gesellschaft, über die heute so viel gesprochen wird, ist nichts Neues. Unser Land war immer schon ein Einwanderungsland – so wie es auch ein Auswanderungsland ist. Migration ist eine historische Tatsache und eine aktuelle Realität. Wir ÖsterreicherInnen sind eine besonders „feine Mischung“, wie STS in ihrem Lied „I bin aus Österreich“ singen. In unseren individuellen Biographien haben wir alle Vorfahren aus vielen Teilen der Donaumonarchie und darüber hinaus. Chicago ist auch heute noch die größte burgenländische Stadt. All das ist weder gut noch schlecht, es ist einfach so.

Integration ist dann gelungen, wenn der Migrationshintergrund dort ist, wo er hingehört: Eben im Hintergrund, auf gut steirisch wenn’s egal ist, wo jemand geboren ist oder woher die Vorfahren stammen. Oder: wenn einfach der einzelne Mensch in seiner Individualität im Mittelpunkt steht. Mit all unsere Stärken und Schwächen. So, wie wir eben sind.

 

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